Zeitraum
2021 – 2022
Wenn Finanzplanung datengetrieben wird
Als Wirtschaftsingenieur in der Finanz-IT der Volkswagen Aktiengesellschaft identifizierte ich, dass die Steuerung der Vertriebsfixkosten Optimierungspotenzial aufwies. Historisch gewachsene, manuelle Prozesse und der Austausch dezentraler Dateien bargen ein erhöhtes Fehlerrisiko und führten teilweise zu Diskrepanzen zwischen Soll- und Ist-Kosten.
Um diese Ineffizienzen zu beseitigen, wurde innerhalb von neun Monaten ein System zur Automatisierung der Planungsvorgänge entwickelt. Die technische Lösung wurde als integriertes Modul direkt auf der bestehenden SAP-Systemlandschaft aufgesetzt, um Medienbrüche zu vermeiden und die Datenkonsistenz sicherzustellen.
- SAP-Integration: Nahtlose Einbettung in die bestehende IT-Architektur zur Vermeidung von Schnittstellenverlusten.
- Granulares Zugriffsmanagement: Implementierung eines differenzierten User- und Role-Managements, das internen und externen Akteuren exakt zugeschnittene Datenströme zuweist.
- Währungs-Algorithmus: Automatisierte Berücksichtigung globaler Inflationsentwicklungen und Umrechnung in die Konzernwährung Euro.
Transparenz durch Business Intelligence
Kern der Neuentwicklung ist die Bereitstellung valider Daten in Echtzeit. Durch integrierte Business-Intelligence-Funktionalitäten (BI) erhalten Führungskräfte einen sofortigen Überblick über den aktuellen Status der finanziellen Planung sowie der tatsächlichen Kostenentwicklung.
Ein spezifisch entwickelter Algorithmus sorgt dafür, dass makroökonomische Faktoren wie Inflationsraten weltweit automatisch in die Planung einfließen und zentral in Euro harmonisiert werden. Dies eliminiert Umrechnungsfehler und standardisiert die Berechnungsgrundlage für alle Märkte.
Zukunftsfähige Finanzarchitektur
Das System wurde nicht nur für den aktuellen Bedarf, sondern für zukünftige Anforderungen konzipiert. Die Architektur ist „Machine Learning Ready" aufgesetzt, sodass künftig Komponenten für prädiktive Analysen und Vorhersagen zu wiederkehrenden Kosten implementiert werden können.
Für Planer, Antragsteller und das Management entstand so eine zentrale Koordinationsplattform. Die Abkehr von isolierten Tabellen hin zu einer systemgestützten Lösung ermöglicht eine präzise Kostenoptimierung und beschleunigt Abstimmungsprozesse innerhalb des Konzerns.